STRAWBERRY FIELDS FOREVER

4. Oktober – 12. Dezember 2014
Der Ort scheint gänzlich unverändert, wäre da nicht eine überraschende zusätzliche Stimulanz. Statt der typischen von Alkohol, Rauch und Schweiß getränkten Luft eines Clubs prägt das poppige Aroma fruchtbarer Beeren die Atmosphäre. – Bevor die Partynacht überhaupt beginnt, fährt der beglückende synthetische Trip auch schon ein. – Ohne Drogen, völlig losgelöst; Eskapismus im Erdbeerland.









„Strawberry Fields forever“ – ist medientechnologisches Self-Enhancement von Pop: so bunt, so süß, so fremd, so richtig und so geil in all seiner Gemachtheit.

Weil der Song mehr ist als er selbst, eignet er sich hervorragend dafür, noch mehr zu schultern – zum Beispiel einen Duft. Die Duftinstallation „Strawberry Fields Forever“ ist nicht der erste aktenkundige Fall bei Paul, was seine Beschäftigung mit Parfüms und Gerüchen betrifft. Er hat schon einige Flacons entwickelt, zum Beispiel das Duftwasser Eau de Pologne, das ein wenig nach einem imaginären Polen riecht. Und er hat diverse andere seriöse Düfte entwickelt, die es in ausgewählten Apotheken zu kaufen gibt. Mit Düften und Parfüms haben sich in Wien auch schon Künstler wie Robert Jelinek beschäftigt, der einmal ein nach Geld riechendes Parfüm namens Cash entwickelt hat. Pauls Interesse mit Düften ist aber weniger an einer offensichtlichen Verstörung interessiert: die Düfte sollen tatsächlich Environments atmosphärisch aufladen – wie zum Beispiel letztes Jahr. Damals ging es um die Idee, Düfte aus dem Neolithikum für eine Ausstellung des NHM zur Geschichte des Salzabbaus nachzubauen.
So weit müssen wir jetzt nicht zurück. Erdbeeren haben ein kürzeres Leben, aber ihr Duft, den dürfen wir behalten wie ein Andenken an einen Sommer, der keiner war."

Thomas Edlinger